In ihrer neuen Serie „Charlie Boy“ untersucht die in Berlin lebende Künstlerin Kathrin Günter die gesellschaftlichen Projektionen von Wünschen und Häme in die Welt der Stars und Celebrities. Mit ihren Assoziationen und Klischees aus der Welt des Voodoo entlarvt sie die moderne Obsession und Identifikation mit den Menschen im Rampenlicht als regressive Ersatzhandlung, als rituelle Ableitung der eigenen individuellen Unzulänglichkeiten.

Günter veranschaulicht mit ihren Arbeiten damit den archaischen Ursprung des sehr gegenwärtigen Phänomens der kontinuierlichen Projektion von persönlichen Befindlichkeiten auf die sogenannten „Prominenten“ und weist hier eine grundlegende psychologische Mechanik nach.

Text: Matthias Bergemann (janinebeangallery)
CHARLIE BOY